Ausbildung oder Studium

Ausbildung oder Studium, das ist hier die Frage?

Da stand ich nun, mit der Fachhochschulreife in der Tasche und hab überlegt, was es noch so auf dem Markt gibt. Durch die erblichen Anlagen und das bereits absolvierte Praktikum während der Fachhochschulreife, war schnell klar, was Handfestes muss her.  Eine Ausbildung. Und was liegt da näher, als in dem Betrieb, den man schon kennt, seine Bewerbung hin zu schicken – nichts. Gesagt, getan. Nach allerlei Aufnahmeprüfungen und Tests, durfte ich dann mit der Ausbildung als Energie-Anlagen-Elektronikerin Fachrichtung Betriebstechnik beginnen. Die Ausbildung war super, ein Abenteuerspielplatz für junge Erwachsene, leider keine Möglichkeit auf Übernahme, da zum Einen die Firma sich gerade umstrukturierte und niemanden länger als das Pflicht-Halbe-Jahr übernahm. Zum Anderen,  ich als Frau, man soll es kaum glauben, in der Verdrahtung gelandet wäre, zwischen zahlreichen angelernten Hausfrauen, die quasi ein technisches „Malen nach Zahlen“ veranstaltet haben – die blaue Ader  1,5mm² auf Klemme 43, die orangene Ader 0,75,mm² auf Klemme 138 usw…  Keine Frage, die Mädels waren gut in ihrem Job, aber das war nichts für mich, den ganzen Tag nur Adern & Leitungen anschließen und noch nicht einmal die Funktion prüfen dürfen…

Was nun sprach Zeus? Keine Ahnung – die Suche begann wieder von vorne – auf die Bundeswehr hatte ich dann auch keinen Bock mehr. Nach einiger Recherche, die hat man damals noch verstärkt mit Zeitungen & Zeitschriften gemacht – Internet gab’s da nur im 52k Modem Modus – eher etwas zäher als heute, aber immerhin, da viel mein Augenmerk auf ein Duales Studium – die praktische Seite hatte wieder zugeschlagen. Recherchiert, beworben – wieder die ein oder andere Herausforderung angenommen und gemeistert. Eine die am meisten forderte war die Tatsache, dass ein Schulabschluss in einem Bundesland nicht unbedingt in einem anderen Bundesland anerkannt wird. Ich hätte in Baden Württemberg eine Firma gehabt, die mich ausgebildet und bezahlt hätte (der Unterschied zum normalen FH-Studium), aber nein – um in Baden Württemberg an einer Berufsakademie (BA) zu studieren, hätte ich vorab ein Jahr dort Leben und Arbeiten müssen, einen Aufnahmetest bestehen und dann hoffen, dass noch Platz gewesen wäre.   Was macht man(n), bzw. Frau in solch einer Situation, wo gerade wieder alles anders kommt als geplant? Weiß ich nicht. Ich kann nur sagen was ich gemacht habe – ich hab nach einer anderen Lösung geschaut und diese in Thüringen gefunden. Hier konnte ich ohne irgendwelche Spezialitäten, abgesehen von der Fachhochschulreife und einem Praxispartner anfangen zu studieren. Gesagt getan – Praxispartner gesucht und gefunden, an der BA beworben – genommen – zur Überbrückung bis zum Studienbeginn ein bezahltes Praktikum in der Firma, die mich im Dualen-Studium ausbilden wird, absolviert  – und los ging‘s ab Oktober mit dem Studium – immer im 3 monatigem Wechsel – Theorie an der BA und die Praxisphase in der Firma. Und wie es dann weiter ging, kommt demnächst auf dieser Seite.

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